Hintergrund


Zielgerichtete Gewalttaten und Amokläufe an Schulen sind spätestens seit dem Amoklauf an einem Gymnasium in Erfurt im April 2002 auch ins Bewusstsein der Menschen in Deutschland gelangt. In Erfurt erschoss ein 19-Jähriger zwölf Lehrer, eine Sekretärin, zwei Schüler und einen Polizisten. Er war zuvor der Schule verwiesen worden. Insgesamt starben in den Jahren von 1999 bis 2010 in Deutschland 42 Menschen durch Taten dieser Art, inklusive der Täter. Mindestens 76 weitere wurden verletzt.

Es hat sich in der wissenschaftlichen Analyse gezeigt, dass diese Taten gerade nicht impulsiv verübt werden, sondern lange geplant sind und mit innerer Ruhe zielgerichtet ausgeführt werden. Die Planungsphase, innerhalb derer die Täter häufig ihre späteren Taten ankündigen („Leakage“), kann aktiv zur Prävention genutzt werden. Lehrer/-innen sind dabei für die Schüler/-innen die Ansprechpartner vor Ort und müssen für die Vorboten solcher Taten, aber insbesondere für den „Weg zur Gewalt“, den ein Schüler durchläuft, sensibilisiert werden. In Krisenteams können sich Lehrer/-innen fachlich organisieren, systematisch Prävention betreiben und auch die Schule sowie das übrige Personal für den Umgang mit einer Krise vorbereiten.

Um den Aufbau von Krisenteams an Schulen auf bundesweiter Ebene zu unterstützen, fordern das Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie der Europäische Sozialfond der Europäischen Union das Projekt KomPass. Der Umgang mit der Online-Lernplattform wird durch vorab geschulte Multiplikatoren unterstützt, sodass neben dem online transportierten Wissen ein aktives Netzwerk entstehen kann.